StatusType

Grundlage ist DOC_Prinect API 2021.
Im Fokus stehen insbesondere:

  • Job-/Workstep-Daten (/rest/job/..., /workstep, /quality, /activity, /output)
  • Device-Daten (/rest/device/..., /activity, /consumption, /output)
  • Event-Subscriptions (/rest/device/action/subscription)
  • Ressourcen-/Verbrauchssignale
  • Farb- und Qualitätsdaten

Use-Cases werden strikt entlang der API-Fähigkeiten bewertet und nach dem wirtschaftlichem Impact für eine Heidelberg XL 106 (9F + Lack) bewertet.


Produktions-Transparenz & OEE (höchster Impact)

Use Case: Rüstzeiten, Waschzeiten, Stillstände, OEE

Impact

Sehr hoch.
Typisch 3-8 % Produktivitätssteigerung durch:

  • Reduktion ungeplanter Stillstände
  • Verkürzung von Rüstzeiten
  • Transparente Schichtvergleiche

Datenbasis

Device Activity Log
/rest/device/[deviceId]/activity

liefert:

  • startTime / endTime
  • goodCycles / wasteCycles
  • timeTypeName (z.B. Execution time)
  • costCenter
  • Mitarbeiter

Status-Signale inkl. EventIDs (Washup etc.)
/rest/device/action/subscription

EventIDs (z.B.):

  • @45/@46 Waschvorgang
  • 8008/8009 Druckstart/-stopp
  • @53/@54 Plattenwäsche

Das ist sauber maschinennahe Prozessintelligenz.

Workstep-Zeiten
/rest/job/[jobId]/workstep

liefert:

  • setuptimePlanned
  • prodtimePlanned
  • actualTimes

Visualisierung

Nicht Soll/Ist.

Stattdessen:

  • Zeitachse pro Schicht mit farbcodierten Zuständen (Run, Wash, Setup, Idle)
  • Heatmap „Rüstzeit vs. Auflagenhöhe“
  • Pareto-Chart: Hauptverursacher von Stillstand
  • Trend „Ø Rüstzeit pro Woche“

Risiken

  • API-Limit 2 Requests/Sekunde → Event-getriebene Architektur nötig.
  • Definition „Rüstzeit“ muss fachlich geklärt werden (Setup-Status vs. EventIDs).
  • Nur 15 Tage Output-Historie bei /output → eigenes Data-Warehouse nötig.

Integration

  • ERP zur Auftragszuordnung
  • MES-Ebene
  • BI-System

Einschränkung

OEE-Berechnung ist möglich.
MTBF/MTTR nur eingeschränkt, da keine expliziten Fehlercodes über API dokumentiert sind.


Qualitäts- & Farbkontrolle (sehr hoher Impact bei 9F + Lack)

Use Case: Qualitätsverlauf, Farbdrift, Reklamationsprävention

Impact

Sehr hoch bei hochwertigen Produktionen.
Reduktion von Makulatur und Reklamationen.

Datenbasis

/rest/job/[jobId]/workstep/[workstepId]/quality

liefert:

  • Dichte
  • L_a_b*-Werte
  • Dot Gain
  • Qualitätsabweichung
  • Zonenmesswerte (optional, performancekritisch)

Zusätzlich:

/rest/device/[deviceId]/output
qualityDeviation (Small, Medium, Large)

Visualisierung

  • DeltaE-Verlauf über Auflage
  • Zonen-Heatmap über 64 Farbzonensegmente
  • Qualitätsabweichung vs. Geschwindigkeit
  • Kontrollkarten (SPC)

Das ist kein simples Dashboard, sondern statistische Prozesskontrolle.

Risiken

  • Qualitätsdaten nur mit Lizenz verfügbar
  • Zonenwerte verlangsamen API erheblich

Integration

  • Reklamationssystem
  • Kundenspezifische Toleranzen
  • Automatisierte Warnmeldungen

Einschränkung

API liefert Messwerte, aber keine expliziten Sollwerte.
Sollwerte müssen aus Jobticket oder externem System kommen.


Materialverbrauch (Farbe, Lack, Papier)

Use Case: Farbverbrauch & Lackverbrauch

Impact

Mittel bis hoch.
Typisch 2-5 % Einsparpotenzial bei Farbe.

Datenbasis

/rest/job/[jobId]/workstep/[workstepId]/inkConsumption

liefert:

  • estimatedConsumption kg/1000 Drucke

PressSheet-Ebene:
/rest/job/[jobId]/element

liefert:

  • inkConsumption pro Oberfläche

Wichtig:
Das sind geschätzte Werte, nicht reale gemessene Verbräuche.

Für reale Verbräuche:

Ressourcen-Signale
SignalRessource

→ liefert ActualAmount + MaterialID.

Visualisierung

  • Verbrauch pro Auftrag vs. Auflage
  • Verbrauch pro Farbe vs. Maschinenkonfiguration
  • Trend „Farbverbrauch pro 1.000 Bogen“
  • Abweichung geschätzt vs. real

Risiken

  • InkConsumption ist kalkulatorisch.
  • Lackverbrauch nicht explizit ausgewiesen → müsste über ResourceSignal kommen.
  • Datenqualität abhängig von PressCenter-Konfiguration.

Integration

  • ERP (Materialkosten)
  • Einkauf
  • Lagerbestand

Einschränkung

Ohne aktivierte ResourceSignals keine Echtverbrauchsdaten.


Vollständige Jobdefinition & Status-Tracking

Use Case: ERP-Integration, Auftragsmonitoring

Impact

Hoch für Durchlaufzeit und Transparenz.

Datenbasis

/rest/job
liefert:

  • globalStatus
  • milestones
  • calculatedProgress

/rest/job/[jobId]

/rest/job/[jobId]/workstep

/rest/job/action/subscription

→ Event-basierte Statusmeldungen.

Visualisierung

  • Gantt-ähnlicher Produktionsfahrplan
  • Live-Board „Alle Jobs auf XL 106“
  • Meilenstein-Fortschritt in %

Risiken

  • API liefert keine harte Terminplanung.
  • Parallel-Requests limitiert

Integration

  • ERP
  • Kundenportal
  • Außendienst

Einschränkung

Kein direkter Zugriff auf strukturierte JDF empfohlen


Schichtauswertung

Impact

Mittel.

Datenbasis

/rest/employee/[employeeId]/activity

  • Device Activity.

Visualisierung

  • Output pro Schicht
  • Makulaturquote pro Schicht
  • Produktivzeit pro Bediener

Risiken

  • Datenschutz
  • Interpretation (Mensch vs. Maschineneffekt)

Predictive Maintenance (eingeschränkt möglich)

Faktenlage

API liefert:

  • Statuswechsel
  • Waschzyklen
  • Speed
  • TotalProductionCounter

Aber:

  • Keine Sensordaten
  • Keine Fehlercodes mit Tiefe

Bewertung

→ Predictive Maintenance nur heuristisch:

  • Waschzyklen vs. Produktionsmenge
  • Stillstandshäufigkeit
  • Anomalieerkennung

Echte Condition-Based Maintenance ist mit dieser API nicht vollständig möglich.


Eigene strategische Vorschläge

Dynamisches Rüstzeit-Optimierungsmodell

Korrelation:

  • Farbwechselanzahl
  • Bogenformat
  • Auflage
  • Bediener
  • Rüstzeit

Ziel:
Automatische Vorschläge zur optimalen Job-Reihenfolge.

Datenbasis: Workstep + Device Activity.


Qualitäts-Kosten-Modell

Verknüpfung:

  • qualityDeviation
  • Makulatur
  • Farbverbrauch
  • Geschwindigkeit

Ergebnis:
„Kosten pro Qualitätsabweichung“.

Das erzeugt betriebswirtschaftliche Transparenz statt technischer Zahlen.


Echtzeit-Maschinen-Digital-Twin

Mit:

  • StatusSignal
  • ResourceSignal
  • Output
  • Quality

Live-Zustandsmodell der XL 106.


Priorisierte Empfehlung für Vertriebsgespräch

  1. Produktions- & OEE-Transparenz
  2. Qualitätsmonitoring mit SPC
  3. Materialkosten-Transparenz
  4. ERP-Integration
  5. Schicht-Performance
  6. Heuristische Maintenance

Kritische offene Punkte (minimal klärungsbedürftig)

  1. Sind Qualitätsdaten lizenziert (siehe /rest/job/[jobId]/workstep/[workstepId]/quality in DOC_Prinect API 2021)?
    relevant für: Qualitäts- & Farbmonitoring, SPC-/Trendanalysen von Lab*, Dichte, Dot Gain, Qualitätskosten-Analyse, Reklamationsprävention
    indirekt relevant für: Makulatur-Ursachenanalyse, Korrelation Geschwindigkeit <-> Qualität
  2. Werden im Prinect-System Ressourcensignale (z. B. Material- oder Verbrauchsdaten) erzeugt, und sind diese über eine Subscription zugänglich?
    relevant für: Material- & Farbverbrauch (real vs. geschätzt), Lackverbrauch-Analyse, Verbrauchskosten pro Auftrag, Energieverbrauch-Analyse
    indirekt relevant für: Deckungsbeitragsanalyse je Auftrag, Kalkulationsoptimierung
  3. Welches ERP ist im Einsatz?
    relevant für: ERP-Integration & Live-Auftragsmonitoring, Automatische Statusrückmeldungen, Kostenrückführung in Kalkulation, Materialkosten-Zuordnung
    indirekt relevant für: Produktionscontrolling, Auftragsbezogene OEE-Auswertung, Kunden-Performance-Analysen
  4. Gewünschte Historientiefe (wie lange sollen Daten verfügbar/vergleichbar sein)?
    relevant für: Langzeit-OEE-Trends, Jahresvergleich Schichtleistung, Qualitätsdrift über Monate, Predictive-Ansätze, Verbrauchstrends